Korg Kaoss Pad mini tested by by DJ Mignon & Carlos
Korg Kaoss Pad mini Effektgerät
Technische Daten:
Anschlüsse:
LINE IN-Buchsen (RCA-Klinken Buchsen)
LINE OUT-Buchsen (RCA-Klinken Buchsen)
HEADPHONES-Buchse (Stereo1/ 8-Zoll-Klinkenbuchse)
Stromversorgung:
Vier Alkali-Mignonzellen (AA,R6)(6V)
Batterielebensdauer:
ca. 5 Sunden (mit Alkalibatterien)
Abmessungen:
106 mm (B) x 129 mm (T) x 29 mm (H)
Gewicht:
154g (ohne Batterien)
Lieferumfang:
Bedienungshandbuch, vier Alkali-„Test“-Mignonzellen
Optional:
Netzteil
Ausstattung und Verarbeitung:
Das Kaoss Pad mini ist ein kleines Effektgerät, was hauptsächlich für den mobilen Einsatz konzipiert ist.
Es lässt sich sowohl via Send/Return einbinden, als auch hinter einen Lineout schalten. Leider wird lediglich ein Lineeingang (kein
Phono) angeboten, sodass es nicht direkt an einen Plattenspieler angeschlossen werden kann. Es kann in 2 Modi betrieben zu werden: dem Direct oder Send Modus.
Im Direct Modus schliesst man ein Gerät (z.B. CD-Player) direkt an das Kaoss Pad mini an, während der Send Modus zum Anschluss an eine Effekt Send/Return Sektion eines Mixers dient.
Während im Direct Modus das Signal komplett bearbeitet wird und hörbar ist, lässt sich im Send Modus lediglich der Effekt anhören.
Der Kopfhörerausgang erlaubt es das Pad beispielsweise an einen
MP3 Player anzuschließen, für die kleine Spielerei zwischendurch, was sicherlich auch interessant für Leute sein sollte, die das Gerät zum Live Produzieren nutzen.
Der Effektprozessor des Kaoss Pad mini generiert bis zu 100 verschiedene Effekte. Die Steuerung der Effekte ist über ein unbeleuchtetes und unmarkiertes
Touchpad realisiert worden und reagiert wie der große Bruder bereits auf die leichteste Berührung. Es reagiert allerdings nicht auf den dabei ausgeübten Druck. Die Effekte werden über ein Steuerrad ausgewählt und können durch eine Zweitbelegung des Rads in ihrer Lautstärke verändert werden. Dem Touchpad wird für jeden Effekt eine andere Bedeutung der X und Y - Achse zugewiesen, so dass die Berührung des Pads an unterschiedlicher Stelle, je eine andere, interessante Funktion mit sich bringt. Des Weiteren kann die Effektgeschwindigkeit über einen Tap - Button per Hand reguliert werden, oder manuell per Steuerrad eingegeben werden.
Zwei Memory - Knöpfe ermöglichen je einen Effekt, in bestimmter Effekttiefe sowie Lautstärke zu speichern und diese dann durch Kurzwahltaste wieder aufzurufen. Die Hold – Taste bietet die Möglichkeit einen Effekt zu halten ohne die Hand auf dem Pad zu haben.
Die Stromversorgung wird über 4 (handelsübliche) AA R6 Mignon Batterien gewährleistet oder über ein 4,5 V Netzteil, welches zusätzlich erworben werden muss.
Handling und Praxistauglichkeit:
Die Verarbeitung des kleinen Pads ist sehr gut. Nirgends klappert etwas oder wackelt ein Teil. Der Drehknopf ist sehr robust und das
Touchpad reagiert einwandfrei.
Das
Touchpad hat eine Abmessung von ca. 7,5 cm mal 5,5 cm. Auf diese Fläche sind 64 Anschlagpunkte untergebracht. Die Steuerung via Touchpad bringt bei Effekten wie z.B. Flanger klare Vorteile, da sich somit der Effektverlauf sehr schön nach Gefühl regeln lässt. Allerdings ist es nahezu unmöglich z.B. bei Synthesizersounds zweimal den gleichen Ton zu treffen, da diese natürlich auch genau einem der 64 Anschlagpunkte zugeteilt sind.
Einzig die Anbringung der Hold - Taste an der Front des Geräts ist sehr unpraktisch, denn man muss 2 Hände zu deren Betätigung nutzen.
Während des Testens fiel uns auf, dass bei schwachem Return - Kanal die maximale Effektlautstärke des Kaoss Pad mini schnell an seine Grenzen stößt. Ein Anschluss direkt zwischen Master und PA oder direkt an eine Line Quelle ist mit einem starken Verlust an Lautstärke verbunden.
Insgesamt ist das Handling der Effekte per
Touchpad sehr gewöhnungsbedürftig bringt jedoch einige Vorteile gegenüber einer Reglersteuerung. Man kann mit einer Hand in 2 Ebenen operieren. Die Effekte also in der Tiefe und der Geschwindigkeit, etc. verändern.
Die Klangqualität der Effekte ist einwandfrei. Ein weiteres Feature steigert die Arbeit und das Einbinden von Effekten noch mehr: das so genannte FX Release. Bei dieser Funktion klingt der Effekt in einem Echo aus. Das macht den Übergang zwischen Effekt und normalem Sound sehr flüssig und erleichtert es einem Effekte unbemerkt einzubauen.
Anfangs hatte ich Probleme mit dem Einsatz des Kaoss Pad mini, da mein
Mixer keine ordentliche Effekteinheit besitzt. Nachdem ich mir ein entsprechendes Pult organisiert habe, überzeugte mich das kleine Effektwunder definitiv. Die Fülle an Effekten und die Kombinationsmöglichkeiten sind schon überwältigend. Es ist natürlich auch anspruchsvoll, denn nach ca. 3 Monaten Testphase kann ich mir gerade einmal 10-15 Effektpositionen merken. Das Display hätte evtl. besser eine Effektanzeige mit Buchstaben verdient. Denn die Zahlen 0-99 jedem Effekt zuzuordnen ist schon recht schwierig. Letztendlich aber auch nur eine Übungsfrage. Des Weiteren ist die Umsetzung der Lautstärkeregelung etwas unpraktisch. Dafür ist es nötig die Effektspeichertaste A und die Tap - Taste zu drücken. In der Eile des DJ-Gefechts passiert es dann schon einmal, dass man versehentlich den entsprechenden Effekt aktiviert anstatt auf Lautstärkeregelung umzuschalten. Ebenfalls ungünstig ist der On/Off Schieber gestaltet. Er sollte sich doch farblich von der Umgebung abheben, was er leider nicht macht. Somit sieht man nicht sofort ob das Gerät ein- oder ausgeschaltet ist. Eine gute Einrichtung ist die Signalanzeige. Das Pad signalisiert mit einem kleinen Lämpchen, ob das Eingangssignal gut (grün) oder übersteuert ist (rot).
Fazit:
Mir persönlich gibt das Korg Kaoss Pad mini ein Maß an Freiheit und Kreativität in die Hand, welche ich bisher nur vom Computer kenne. Selbst die Effekteinheit des Pioneer DJM 800 hält da nicht mit. Natürlich ist es auch davon abhängig, wie viel Zeit man in die Erkundung des Pads investiert. Einschalten und los ist nicht. Es erfordert schon ein wenig Geduld. Die Effekte sind qualitativ sehr hochwertig und vielfältig.
Das Pad bietet neben den Üblichen Effekten wie Flanger, Phaser, Filter, Echo, Reverb,
Delay etc. auch eine gewisse Auswahl an
Synthesizer - Tönen. Diese geben dem DJ die Möglichkeit sein Set mit einer sehr individuellen Note zu gestalten. Allerdings ist die Bedienung per
Touchpad recht schwierig.
Für den Einsatz beim DJing ist das Korg Kaoss Pad mini meiner Meinung nach optimal. Aufgrund der Abmessungen passt es in jede Tasche und in jede noch so kleine Ecke. Ein sehr schönes Stück Technik.
Pluspunkte:
Effektvielfalt
geringes Gewicht/Abmessungen
flüssige Effektbeeinflussung per
Touchpad
mehr Kreativität durch Synthisounds möglich
sehr gut verarbeitet und robust
Minuspunkte:
fehlender Phonoanschluss
teilweise umständliche Bedienung
