Allen & Heath Xone 4D tested by The Flatlander
Allen & Heath Xone 4D Mixer
Das neue Allen & Heath Xone: 4D ist seit kurzem käuflich zu erwerben und ich habe es mir nicht nehmen lassen, mir das gute Stück mal näher anzusehen. Das von DJ-Corner.de gestellte Testgerät wurde sofort ausgepackt und aufgestellt. Neben dem
Mixer sind farblich passende Einbauwinkel, englische Betriebsanleitung, sowie diverse Ersatzknöpfe enthalten. Was leider fehlt, jedoch online zum Download bereit steht und selbst ausgedruckt werden kann, sind die Overlays für die Programme Traktor und Ableton. Diese helfen, zumindest am Anfang, den Überblick über die vielen Tasten, Dreh- und Schieberegler zu behalten.
Anschlussmöglichkeiten:
3 x
Phono-In (Preamp)
4 x Line-In
2 x
Aux (Chinch)
1 x Mastermix-Out (XLR)
1 x Monitor-Out (Chinch)
1 x SPDIF-In (Chinch)
1 x SPDIF-Out (Chinch)
1 x Optical-In
1 x Optical-Out
1 x
MIDI-In
1 x
MIDI-Out
1 x Gameport
1 x Mikrofon
2 x Headphones (1 kleiner sowie ein großer Anschluss)
1 x
USB 2.0 Anschluss
Vorteil gegenüber dem 3D ist hier, dass die Phonoeingänge nicht nur für die Einspeisung von analogem Material geeignet sind, sondern auch mit einem Timecodesignal klar kommen und dieses an Traktor weitergeben können. Somit ist das Xone 4D nicht nur Traktor ready sondern auch Traktor Scratch ready, was einem viel Umsteckarbeit und Kabelsalat ersparen kann.
Weiterhin kann für jeden Kanal einzeln per Schalter entschieden werden, ob man den Kanal Analog (also für die Einspeisung von Vinylsound bzw. anderen Audioquellen) oder Digital (Als Traktor Deck z.B.) nutzen will.
Optik und Haptik:
Der Xone 4D ist der offizielle Nachfolger des 3D, was unverkennbar ist. Der Aufbau, in der Mitte die Mixereinheit und links sowie rechts zusätzliche Midicontrollereinheiten, wurde beibehalten. Die Oberfläche ist jetzt anthrazit schwarz, was dem ganzen einen edlen Touch gibt. Das alle weißen Beschriftungen im Schwarzlicht leuchten dürfte alle DJs freuen, die es erleben mussten in einem dunklen Club ohne Mischpultbeleuchtung Musik machen zu müssen. Dies gehört nun der Vergangenheit an und sieht dazu noch sehr geil aus!
Der Xone 4D fühlt sich qualitativ absolut hochwertig an. Alle Drehknöpfe sind gummiert, wackeln nicht oder machen sonstige Geräusche beim Drehen bzw. Schieben. Das metallene Gehäuse ist sehr gut verarbeitet und bietet keinerlei Anlässe zum meckern. Die Drehknöpfe lassen sich alle gut drehen, nicht zu leicht aber auch nicht zu schwer und wirken durch das harte Gummi durchweg hochwertig.
Die Line- und der
Crossfader lassen sich nicht ganz so leicht wie beim Xone 92 schieben, sondern geben etwas Widerstand. Alle Tasten, Miditasten sowie
Cue- und Filtertasten lassen sich leicht und spürbar drücken. Das ganze wird durch die beiden Jogwheels abgerundet, die komplett gummiert sind, und als nette Homage an Technics 1210 Plattenspieler, die Punkte auf ihren Rändern tragen.
Mixereinheit:
Die in der Mitte gelegene Mixereinheit ist klar strukturiert und lässt sich jederzeit leichtgängig bedienen. Pro Kanal gibt es drei EQs, die aufgrund der Bauweise so nah aneinander sind, dass sich beim gleichzeitigen Regeln von Mid und Low schonmal die eigenen Finger berühren. Bei halben Drehungen kann man dies jedoch auch vermeiden.
Die
Cue-Einheit ist der des 3D und dem Xone 92 identisch und lässt sich somit wieder durch gleichzeitiges Drücken auf mehrere Kanälen aktivieren und durch den Cue-Master-Regler von 100% Cue-Signal auf 50%-50% Cue/Master stufenlos regeln. Optionen wie Post-
EQ (also das Vorhören des Originalsignals, obwohl die EQs verstellt sind) oder das Splitten des Signals auf beide Kopfhörerseiten, wie sie beim Xone 92 noch vorhanden sind, mussten hier allerdings weichen. Auch hat man beim 4D nur noch eine (beim Xone 92 zwei)
LFO Einheit, die aber den Crossfaderzuweisungen zugeordnet werden kann.
Die Zuweisung der vier einzelnen Kanäle geschieht durch einen Kippschalter unterhalb der EQs, welcher gleichzeitig auch als Filterzuweisung dient. Leider ist die Auswirkung der Filterdrehknöpfe nicht so linear wie beim Xone 92, was unter anderem dazu führt, dass bei eingeschaltetem Hochpassfilter im ersten Drittel kaum eine Änderung zu hören ist. Hier hätte das erste Drittel wesentlich besser ausgenutzt werden können (siehe Xone 92).
Über den beiden Effekt-Reglern befindet sich die
BPM-Sektion, welche wahlweise das Signal aus einer analogen Quelle liest oder auch als Masterclock für angeschlossene Geräte verwendet werden kann.
MIDI-Controller:
Die links und rechts angebrachten, identischen Midicontrollereinheiten bieten jeweils 5 Endlos-Encoder mit Drucktaster, 8 absolute Drehregler, 4 60-mm-
Fader, 16 kleine Schalter, 4 davon beleuchtet, und ein Jogwheel mit darunter liegenden 4 Tasten. Alle Regler und Knöpfe können zusätzlich mit einer Zweit- und Drittfunktion belegt werden und bieten somit ausreichend Raum für eigene Einstellungen.
Klang:
Klanglich ist der Xone 4D absolute Oberklasse. Im Testsetting mit angeschlossenen Yamaha HS80 Monitorboxen war im direkten vergleich zum Xone 92 im analogen Bereich kein Unterschied zu hören. Zudem habe ich den Sound der integrierten
Soundkarte mit dem der Audio 8 (Native Instruments) verglichen und konnte einen etwas geradlinigeren Verlauf des 4D gegenüber der Audio 8 feststellen. Soundtechnisch also absolute Oberklasse, für den Preis aber auch wünschenswert.
in der Praxis:
Das Testgerät, ein Macbook mit 2,4 GHz und 2GB RAM unter OS X Leopard, musste vorerst mit dem passenden Treiber, der auf der Homepage der Xone Produkte zu finden war (auch für Windows) ausgestattet werden. Dort findet man übrigens auch die Overlays zum Ausdrucken, sowie die Voreinstellungen für Traktor und Ableton.
Traktor 3.4.1 gestartet, erschien sofort in den Einstellungen das Xone 4D als auszuwählende
Soundkarte und die einzelnen Kanäle konnten dem 4D zugewiesen werden, einfacher geht es kaum! Jetzt noch die Voreinstellungen geladen und es konnte losgehen.
Das die Steuerung per Midicontroller anders als Vinylsteuerung ist, sollte klar sein. Da ich diese jedoch schon kannte fühlte ich mich direkt wohl und konnte auch nach kurzem Ausprobieren die ersten Stücke ineinander mixen. Die vielen Knöpfe und Regler scheinen einen am Anfang zu erschlagen, ist man jedoch einmal hinter die Belegung gekommen geht das Ganze sehr intuitiv von der Hand.
Natürlich kann und sollte man die Belegung auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Dafür sollte man sich viel Zeit nehmen und auch, wenn möglich, viele der vorhanden Videos von Hawtin, Liebing und Co. ansehen um auf neue Ideen zu kommen die Midisteuerung noch effizienter nutzen zu können!
Fazit:
Der Xone 4D bleibt im Herzen was der 3D schon war, nur schöner, besser und vielseitiger. Es ist zwar kein völlig neues
Mischpult, aber die vielen kleinen Verbesserungen bringen den 4D im Vergleich zum 3D deutlich nach vorne. Die verbesserte
Soundkarte, die Traktor Scratch Unterstützung und die Hardware Reglung der Soundkarten-Eingänge machen das aktuell 2400 Euro teure Mischpult zu einem vielseitigen Arbeitsgerät.
Wer schon ein Xone: 92 hat und sich ein 4D zulegen will, sollte jedoch eher über den Kauf der seperaten Midieinheiten 1D und 2D (beide von A&H) nachdenken.
Verbesserungen des Xone: 4D gegenüber dem Xone: 3D
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Soundkarte mit 20 statt 8 Kanälen und 96kHz statt 48 kHz Sampling
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MIDI Shift Funktion => 2227 statt 105 verschiedene Signale
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LFO-Editor
- Hardwarereglung der Soundkarten-Eingänge
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MIDI-Encoder besser angeordnet
- Traktor Scratch Unterstützung (Timecodesignale werden verarbeitet)
