Gemini CS 02 tested by Matthias Springer
Gemini CS-02 5-Kanal Club Mixer
Mit dem CS02 wagt sich Gemini in das Terrain der preisgünstigen Club-Mixer vor und muss sich hierbei der direkten Konfrontation mit Mixern wie dem Numark 5000FX oder dem Reloop RMX 40 DSP stellen. Der CS02 wirkt sehr robust, erinnert leicht an den klassischen Aufbau eines DJM500 und macht einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Ob er dem auch Stand hält werden wir noch prüfen, zunächst aber erst einmal die technischen Basics!
Features:
- 5 Kanäle jeweils mit Pegelanzeige und 3-Band-
EQ mit Drehreglern
- 3
MIC, 10 Line und 3 zwischen
Phono und Line umschaltbare Eingänge
- Master, Booth und Record-
Cinch-Ausgänge
- Zone-Ausgang mit frei zuweisbarem Eingangssignal
- 25 DSP-Effekte auf alle Kanäle zuweisbar, helles Display und 5 Speicherplätze
- Eingangszuweisung pro Kanal zur Auswahl der Eingangsquelle
- DSP-Effektparametereinstellung mit 30mm linearem
Fader
- Drehregler für Effektanteil (Dry/Wet)
- Automatischer und manueller
Beatcounter mit möglicher FX-Temposync
-
Cinch Record-Ausgang und
Aux-Eingang auf der Oberseite
- 6,3mm-Klinken und XLR Kombi-
MIC-Eingang auf der Oberseite mit 3-Band-
EQ
- Lautstärkeregler für Master, Booth und Zone-Ausgang
- Symmetrischer XLR-Master-Ausgang mit Dämpfungsschalter
- Balanceregler mit
Mono-Schalter
-
Cue-Sektion mit Push-Tasten, Cue/Mix-Regler und Splitfunktion
- Austauschbare
Fader mit Curve-Regelung für
Crossfader
- Freie
Crossfader-Zuweisung
- Doppelte Master-Pegel-Anzeige
- 19“ Rackadapter inkl.
Fader-Sektion:
Die
Fader sind sehr stabil gebaut und liegen wirklich gut in der Hand, die
Linefader öffnen für meinen Geschmack zwar etwas spät, aber ab dem 3 Strich dafür sehr gleichmäßig. Die
Crossfader-Curve ist frei wählbar, allerdings nicht stufenlos, hier muss man sich mit den zwei voreingestellten Curves für Hardcut oder X-Fade begnügen. Der Crossfader ist frei auf alle Kanäle zuweisbar.
Den einzelnen Kanälen kann via Matrixschaltung jede Eingangsquelle frei zugewiesen werden,
die
Phono-Eingänge sind allerdings nur auf Kanal 1, 3 und 5 zuweisbar, was sich eventuell als nachteilig erweißt, da manche DJs die Phono-Kanäle ganz gern nebeneinander legen.
Dafür gibt es direkt auf der Oberseite einen
Cinch-
Aux-Input, um auch mal schnell ohne großes Herumgebaue eine externe Soundquelle anschließen zu können. Ebenfalls als sehr positiv erweist sich der Line-Ausgang auf der Oberseite, denn so ist es möglich ohne große Umbauten das Master-Signal für einen Live-Mitschnitt abzugreifen.
Die
MIC-Einheit verfügt neben Kanal 1 und 2 über einen extra Kanal mit
Talkover-Funktion und allen Features der normalen Kanäle.
Output:
Der CS02 kommt mit einer ganzen Armee an Output-Möglichkeiten daher.
Neben den Standards Master (sowohl
Cinch als auch XLR) und Booth, deren Signalstärke über Drehpotis regelbar ist, gibt es noch zwei Record-Ausgänge (einen auf der Rückseite und eine auf der Oberseite) und einen Zone-Ausgang.
Das Mastersignal kann mit Hilfe eines kleinen Schalters auf der Rückseite
manuell auf -10 oder -20db abgesenkt werden.
Wirklich genial sind die Verschaltungsmöglichkeiten des Zone-Ausgangs, denn diesem lässt ein Kanal zuweisen, sodass man zwei völlig verschiedene Musiksignale ausgeben kann. Wofür das Ganze? Wenn man im Club z.B. eine Lounge mit entsprechender Musik versorgen muss, während gleichzeitig auf dem Mainfloor schon die Stimmung brodelt, ist das für den CS-02 kein Problem. Man spielt im CD Player eine Lounge CD, die man auf den Zone-Ausgang routet und kann die übrigen Kanäle nutzen, um seinen Mix für den Mainfloor zu machen.
Darüber hinaus kann man den Zone-Ausgang auch als externen Effektweg einsetzen, wenn man den Return über einen der Eingangskanäle führt. Dadurch hat man dann sogar den Vorteil, die externen Effekte mit den internen Effekten zu mischen und den Equalizer für die Effekte zu nutzen. Daraus ergeben sich eine Menge neuer kreativer Möglichkeiten. Da es keinen eigentlichen Effekt-Send/Return-Weg gibt, muss man den Zone Ausgang als Send nutzen und einen Kanal für Return blocken oder den Return alternativ auf den Aux-Input legen. Die Flexibilität wird dadurch natürlich leicht beeinträchtigt.
EQ-Einheit:
Jeder Kanal verfügt über einen 3-Band
EQ mit
Killfunktion und einen
Gain-Regler welche alle in der
0-Stellung einrasten. Alle EQs arbeiten mit einer Absenkung / Anhebung von 12
dB. Die EQs klingen sehr sauber und arbeiten sehr gleichmäßig. Der Bass-EQ öffnet für meinen Geschmack allerdings ein wenig zu früh, wer also während der Übergänge viel im Bass-Bereich arbeitet und viel Wert auf Lange Blenden-Übergänge legt, der braucht hier schon ein wenig Übung.
Vorhör-Sektion:
Die Vorhör-Sektion ist wirklich gut gelungen, ein zweiter Kopfhörer-Ausgang wäre noch schön gewesen. Das starke Ausgangsignal ist stufenlos regelbar und auch in lauter Umgebung gut zu hören.
Den
Cue/Mix-Regler dürfte jeder kennen, interessant ist noch die Split-Funktion, mit der man das Cue und Master-Signal auf linken und rechten Kopfhörer splitten kann.
Kanal und Master-LED:
Die LED-Ketten sind in einem Neon-Grün und Blau gehalten, was aus rein optischer Sicht wirklich super aussieht. Jeder Kanal verfügt über eine LED-Kette mit 5 LEDs , davon 3 in Grün (der Grüne-Bereich *gg) und zwei in Blau, ich gehe mal davon aus des dies dann auch die 0-
dB Grenze beschreibt. Die Master-LED-Anzeige mit zwei LED-Ketten (L+R) fällt da schon ein wenig größer aus und wurde zudem auch mit den einzelnen dB-Zahlen beschriftet und reicht von -20 bis +11 dB.
DSP Effekt-Einheit:
Die Effekt-Einheit kommt mit 25 digitalen Effekten daher, es ist somit also für jeden etwas geboten.
Die Effekte können mit einem runden Taster ein.- und ausgeschaltet und jedem Kanal via Taster zugeordnet werden. Ist kein Kanal gewählt, liegt der Effekt automatisch auf dem Master. Die Effekte können automatisch mit dem eingebauten
Beatcounter oder manuell mit dem Tap-Button synchronisiert werden. Die einzelnen Effekte kann man über einen Drehpoti auswählen, diese werden dann in einem LCD-Display mit den einzelnen Parametern angezeigt. Die Effektstärke wir über einen Dry/Wet-Drehregler gesteuert. Jeder Effekt kann mit dem Tempo-Ratio-Regler in vorgegebenen Intervallen dem Signal zugeführt und zudem über einen 30mm-Parameter-Line-
Fader verändert werden. Zudem stehen im CS-02 5 Speicherplätze zur Verfügung. Hier kann man zuvor eingestellte Effekte und deren zugewiesenen Kanal mit den einzelnen Parametern speichern und bei Bedarf via Knopfdruck direkt abrufen. Die Effekteinheit ist gut ausgereift und von sehr guter klanglicher Qualität und auch der
Fun-Faktor ist auf jeden Fall garantiert.
Fazit:
Alles in Allem ist der CS02 in seiner Preisklasse (ca. 400-500€) ein sehr gelungener
Mixer der mit seinen Konkurrenten nicht nur ohne Probleme mithalten kann, sondern in Sachen Anschlussmöglichkeiten und somit Flexibilität den 5000FX von Numark oder den Reloop 40DSP hinter sich lässt.
Gute Klangqualität und Verarbeitung, Ein.- und Ausgänge ohne Ende, eine ausgereifte Effekt-Einheit und ein super Preis-Leistung-Verhältniss zeichnen diesen
Mixer aus.
Wer also den Umstieg vom Battle auf Clubmixer wagen will und seine Sets endlich auch einmal mit ein paar netten Effekten schmücken möchte ist mit dem CS02 wirklich sehr gut beraten. Wem also die finanzielle Grundlage für einen High-End-Mixer wie dem DJM800 oder dem Xone92 von Allen&Heath fehlen, dem bietet Gemini mit dem CS02 eine der besten Alternativen, die momentan auf dem Markt zu bekommen ist.
