

Gemini PS-03 3-Kanal DSP Mixer
Das Paket von DJ-Technik in den Händen haltend mache ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Werkzeug zum vorsichtigen Öffnen der Verpackung. Ich habe schon einiges von dem Gemini-Mixer im Vorfeld lesen können und war gespannt auf den potentiellen Preis-Leistungs-Star am DJ-Mixer Markt.
Was nach dem Auspacken zum Vorschein kommt, ist eine kompakte, ansprechende und farblich im Camo-Style gehaltene Tasche mit Griff und Schulterhalftern.
Reißverschluss auf! Meine Augen erblicken einen in dezentem Silber und Schwarz lackierten Mixer in Battlemixer-Größe, aber als 3-Kanal-Version.
Der Produktname PS-03 prangt weiss auf schwarz in der rechten unteren Ecke und strahlt irgendwie Selbstvertrauen aus – schonmal ein gutes Zeichen!
Vorne in der Tasche befindet sich die Anleitung und das übliche Kaltgeräte-Kabel für die Stromversorgung.
Für den Aufbau steht schon alles bereit, die Verkabelung ist dann ein Kinderspiel, auch aufgrund der übersichtlich angeordneten Cinch-Buchsen und den 3(!) Erdungsschrauben für die drei möglichen Turntables.
Als Ausgang stehen ein Master- , ein Record- und ein ZoneOut-Cinch-Paar (für das Monitoring) sowie ein Balanced-Output mit grosser Klinke für die PA-Anlage zur Verfügung. Es wackelt nichts, super! Das lässt also bis jetzt keine Wünsche offen.
Auf der Oberseite vom PS-03 befinden sich dann in dem unteren Drittel die 3 Linefader, der Master-Pegel-Fader und der Crossfader. Die Länge des Fader-Wegs ist bei allen gleich und beträgt gute 5cm. Den Fadern werde ich mich aber später noch näher widmen wenn das Mixing ansteht.
Der Abschnitt über den Fadern ist dann Silberfarben gehalten und beherbergt Kippschalter für die Phono/Line-Auswahl, Gain- und 3-Band-Klangregelung, sowie die umfangreiche Effekt-Sektion. Auffällig ist hierbei vor allem die Anordnung von Höhen- und Mitten-Regelung, die normalerweise untereinander, hier aber nebeneinander liegen.
Der Umgang mit den beiden nebeneinander gesetzten Klangreglern pro Kanal war auf jeden Fall für mich am Anfang stark gewöhnungsbedürftig, genauso wie die frontale Bedienung der Cue-Mix-Sektion. Aber wenn man eine Zeit daran arbeitet, hat man sich gut gewöhnt.
Ansonsten arbeiten alle Teile des Mischpults zuverlässig und den Erwartungen entsprechend. Es gibt wirklich keinen einzigen überflüssigen Schalter oder irreführende Beschriftung. Die Entwicklungsarbeit ist nur in wichtige Komponenten investiert worden, das merkt man sofort.
Dem Preis mussten sicherlich die Fader ein wenig Tribut zollen. Die Linefader sind mechanische Fader, ein wenig schwergängig, dafür aber sehr gut zu dosieren. Die Fader-Kappen machen einen soliden Eindruck und wackeln nicht. Der Crossfader bewegt sich deutlich weicher und ist mit der einstellbaren Kurve (mix/Cut) ein ordentliches Werkzeug für den DJ.
Die Klangqualität des Kopfhörer-Verstärkers ist überraschend positiv zu beurteilen. Vielleicht ein bisschen zu basslastig, aber ansonsten wirklich gut. Auf meinen Sennheiser Headphones wirkt das ordentlich!
In dieser Zielgruppe beherrschten bisher Reloop und Behringer den Markt. Aber durch auf den Punkt gebrachte Funktionen und eine sehr umfangreiche Resonanz-Filter-Sektion lassen alle anderen Mixer sehr alt aussehen.
Ich hatte selber schon diverse Behringer DJ-Mixer hier zuhause im Gebrauch, aber im Endeffekt konnte keiner so gut und vor allem so schnell überzeugen, wie der Gemini PS-03.
Sicher, ein wirklicher Club-Mixer ist er nicht. Dafür fehlen ein bisschen mehr Beleuchtung und vor allem strapazierfähigere Fader und ein satterer Sound. Aber für Zuhause gibt es für dieses Preis/Leistungsverhältnis zur Zeit keinen annähernd guten Mixer.


