Vestax PMC 580 Pro tested by The Flatlander
Vestax PMC 580 Pro DJ- Mixer
Ein Monster von
Mixer flog mir heute, zum Zwecke eines ausführlichen Tests, ins Haus: der neue Vorzeigemixer von Vestax, der PMC 580 Pro. Meine Teststunden brachten mir viel Spaß, an einem sehr gut verarbeiteten Gerät mit vielen Funktionen und Effekten, die aber durchaus noch ausbaufähig sind.
Der Vestax PMC 580 Pro wird als das "Flaggschiff" der Vestax Pro Serie angepriesen und ist ein komplett digitaler
Mixer. Digitale Ein- und Ausgänge, sowie eine verlustfreie Klangweiter- und Wiedergabe werden dadurch ermöglicht. Der 4-Kanal-Mixer bietet neben den klassischen drei EQs die Einstellung der Faderverläufe, endlose Effekte sowie zahlreiche Möglichkeiten, das Gerät an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.
Anschlussmöglichkeiten:
4 x
Phono
4 x Line In
3 x Digital In (Single
Cinch)
1 x
USB In/Out
1 x Rec Out (
Cinch)
1 x Send/ Return (
Cinch)
2 x Master Out (XLR +
Klinke)
2 x Booth Out (XLR +
Klinke)
1 x
MIC In
Zusätzlich kommt noch ein "Geheimfach" an der Front des Gerätes hinzu. Dahinter verbergen sich acht Bohrlöcher im Gehäuse die sehr nach einem Einbauplatz für
Cinch Buchsen aussehen. Vestax hat hier wohl eine Vorbereitung für Systeme a la Traktor Scratch vorgesehen. Schade, dass diese Erweiterung nicht in der Standardauslieferung dabei ist.
First Impression:
Nach dem Auspacken bot sich mir ein wuchtiger
Mixer mit Standardbreite aber einer etwas größeren Höhe dar. Die edle, schwarz spiegelnde Lackoberfläche sieht nicht nur gut aus, sondern macht in Kombination mit den gummierten
Potis einen sehr guten Eindruck. Auch Schalter und Knöpfe haben einen sauberen Druckpunkt und wirken absolut solide. Lediglich die Effektlevel-Potis fühlen sich leicht nach Plastik an und sind etwas zu groß geraten - dazu später aber mehr.
Das Mixen geht durch die dreiteiligen EQs intuitiv von der Hand. Will man jedoch die Effekte benutzen, vor allem die an den einzelnen Kanälen, so muss man vorerst die vielen Schalter im oberen Teil der Fadersektion studieren, womit das intuitive Mixen auch schon wieder sein Ende findet. Hat man sich in den PMC-580 erstmal eingearbeitet sind nun natürlich ungemein viele Möglichkeiten vorhanden um den Sound zu verändern.
Die
Linefader sind sehr angenehm zu schieben und haben einen ähnlichen Widerstand wie die des DJM 800 von Pioneer. Der
Crossfader ist super leicht zu benutzen, was aber bekannt und auch Standard sein sollte. Kein Standard jedoch, selbst in dieser Preisklasse nicht, dass sowohl Cross- als auch Linefaderkurven an der Front des Gerätes geregelt werden können, was auch an den Linefadern schnelle Aktionen möglich macht.
Im Detail - die vier Kanäle:
Jeder der vier Kanäle hat, ganz klassisch, einen Inputschalter (
Phono = analog, Line = analog, Digital = digital),
Gain-Regler,
Cue-Taste,
Crossfader Zuweisung sowie eine dreiteilige
EQ Sektion, die die Standardfunktionen abrundet.
Was den Vestax PMC 580 Pro als besonders auszeichnet, sind die zusätzlichen Einstellmöglichkeiten und Effekte, die jeder Kanal separat bietet. So kann pro Kanal die Balance verändert werden oder der Equalizer auf "
EQ" (+/- 12db), OFF oder "ISO" (+10db bis kill) eingestellt werden.
Daneben stehen für jeden Kanal sechs Effektknöpfe zur Verfügung, die durch den "SW Type" Schalter entweder durch Drücken aktiviert werden oder durch einmaliges Drücken aktiviert, und erneutes Drücken deaktivert werden. Wieder eine Möglichkeit mehr, das Gerät an die individuellen Bedürfnisse anzupassen.
Die einzelnen Effekte sind dabei "
Loop", "Delay", "Low Kill Delay", "Reverb", "Flanger" und "Filter Sweep". Letzterer hört sich fast so an wie die Filter der Xone Serie von Allen und Heath. Durch Drehen des "Effect Level
Potis" wird der Effekt über das Originalsignal gelegt, welches auch komplett ausgeschaltet werden kann.
Im Detail - Cue-, MIC- und Booth Sektion:
Alle drei Sektionen sind untereinander angeordnet und jeweils mit einem Hi und Low
EQ ausgestattet. Es können parallel zwei Kopfhörer angeschlossen werden (2x 3,5"). Hinzu kommt ein Regler für das Wechseln zwischen
Cue- und Mastersignal.
Die Boothsektion bietet neben der Ausgabe des Signals für die Monitore, die Möglichkeit auf das Cue Signal umzuschalten. Welchen Sinn diese Option haben soll blieb mir jedoch verborgen.
Als besonderes Gimmik für die Mikrofonsektion, beinhaltet diese drei eigene Effekte: "Pitchshift", "Distortion" und "Echo", deren Level, genau wie bei den Linefadern, seperat geregelt werden kann.
Im Detail - Effekt Sektion:
Im oberen Bereich dieser Sektion ist der Master Drehregler zu finden. Darunter befindet sich die zweistufige Masterpegelanzeige und daneben die Takteinstellungen für die Effekte. Je ein Knopf für 1/8, 1/4, 1/2, 2/3, 3/4, 1, 2, 4 und 8 Taktschläge.
Angezeigt wird darunter die
BPM-Zahl, die wahlweise durch Tappen des Tap-Buttons oder automatischer Suche bestimmt wird, sowie die Länge des Effekts in Millisekunden (max. 5400ms).
Um die Effekteinheit bedienen zu können kann zwischen Mastersignal oder linkem bzw. rechtem
Crossfader umgeschaltet werden. Der Auswahlschalter für die Effekte schaltet dann zwischen "Auto-LPF", "Auto BPF", "Auto HPF", "Flanger", "Phaser", "Delay", "Reverb", "Auto Pan", "Pitch Shift", "Tremoto" und "Panning Delay" um. Mit dem Parameterregler können die Effekte selbst noch leicht verändert werden und auch hier ist natürlich wieder, wie bei den Linefadern, der Effekt Level-Regler zu finden. Das ganze kann zusätzlich vorgehört und durch Drücken des On/Off-Knopfes eingesetzt werden.
Fazit:
Der Vestax PMC 580 Pro ist ein grundsolider
Mixer mit tollem Klang, einer sehr gut und üppig ausgestatteten Effektsektion mit vielen Einstellmöglichkeiten. Die digitale Eigenschaft wertet den Mixer nochmals qualitativ auf, wobei die
USB Schnittstelle lediglich einen Ein- und Ausgang für ein Audiosignal jedoch keinerlei Midifunktion bietet. Praktisch jedoch wenn man sein Set direkt digital aufnehmen oder auch einen Laptop digital einspeisen kann, bei einem Marktpreis von ca. 1400 Euro hätte ich mir jedoch eine Midifunktion gewünscht.
Mit der Loopfunktion stehe ich noch etwas auf Kriegsfuss, ich habe es während der Testzeit nur stellenweise geschafft den
Loop mit dem Hauptsignal zu synchronisieren, was für mich eine Grundvorraussetzung darstellt. Man ist an dieser Stelle leider sehr abhängig von der
BPM Erkennung des Gerätes und hinzu kommt, dass weder Geschwindigkeit des Loops noch die EQs des Loops im Nachhinein geändert werden können. Nimmt man also einen Loop auf, ohne den Bass zu killen wird dieser auch beim Runterdrehen nicht rausgenommen. An dieser Stelle könnte Vestax noch nachbessern.
Insgesamt ist der
Mixer also durchaus clubtauglich und hält auch harten Beanspruchungen stand. Klanglich Top, fühlt sich gut an und ist funktional. Lediglich die Anwendung der Effekte fällt etwas schwer, was dem Mixer einen kleinen Minuspunkt verleiht, dennoch solltet ihr euch den Mixer mal anschauen und selbst entscheiden, ob die Bedienbarkeit nicht doch problemlos von der Hand geht.
