Leistungskombination
Bei der Kombination von Lautsprechern und Endstufen wird oft die Frage gestellt, wieviel Watt bzw. Belastbarkeit eine Komponente im Verhältnis zur Anderen haben sollte. Beide möglichen Kombinationen haben Vor- und Nachteile, wobei die Vorteile einer Kombination doch stark überwiegen. Generell müssen zuerst einmal Belastungsangaben vorhanden sein, die miteinander vergleichbar sind. Diese Leistung bzw. Belastbarkeit wird bei etwas besseren Komponenten meist in Watt RMS angegeben.
Möglichkeit 1:
Die Endstufe ist stärker, als die Lautsprecher belastbar sind.
Bei dieser Kombination bestehen die Gefahren darin, dass der Unerfahrene dazu neigt, die Endstufe bis hin über die Belastungsgrenzen des Lautsprechers auszufahren. Dadurch können Teile wie Treiber oder auch die Frequenzweiche Schaden nehmen.
Dies geschieht, indem zu hohe Ströme auf den Schwingspulen der Lautsprecher liegen, die den relativ dünnen Draht der Spule schnell durchbrennen lassen.
Jedoch ist die Gefahr relativ gering, da die meisten Lautsprecherboxen zumindest kurzzeitig einiges mehr an Belastung vertragen, als angegeben. Außerdem hören Erfahrenere, wann ein Lautsprecher am Limit ist.
Um die Gefahr noch weiter zu verringern, ist bei professionellen Systemen der Einsatz eines Limiters zu empfehlen.
Möglichkeit 2:
Die Endstufe hat weniger Leistung, als der Lautsprecher verträgt.
Die Meinung eine etwas schwächere Endstufe hat den positiven Nebeneffekt, dass man die Lautsprecher damit nicht beschädigen kann, ist weit verbreitet. Genauso falsch ist diese Annahme jedoch auch.
Die Gefahr, mit einer solchen Endstufe die Treiber zu beschädigen ist wesentlich höher, als bei der unter "Möglichkeit 1" genannten Kombination.
Wird die Endstufe am Limit gefahren kann der sogenannte Clipping-Effekt einsetzen. Bedingt durch die Elektronik oder das Netzteil wird das Musiksignal gezwungen, in einem bestimmten Spannungsbereich zu bleiben. Versucht eine Kurve diesen Bereich zu überschreiten, wird sie an dieser Stelle schlicht und einfach gebrochen, wie auf dem folgenden Bild zu sehen ist.
Fazit
Eine etwas überdimensionierte Endstufe stellt eindeutig das kleinere Risiko dar. Dabei sollte das Gerät mindestens 20% mehr Leistung besitzen als die Lautsprecher belastbar sind. Nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt, jedoch sollte dabei bedacht werden, dass bei unsachgemäßer Handhabung auch das Risiko ansteigt, dass die Lautsprecher überlastet werden.
Dabei entsteht eine rechteckwellenähnliche Kurvenform, welche die Eigenart hat, extrem viele Obertöne, also hohe Frequenzen, zu erzeugen. Eine somit übertragene zu große Leistung im oberen Frequenzbereich wird mit ziemlicher Sicherheit mindestens den Hochtöner zerstören.